Archiv für Dezember 2008

Keinen Boden unter den Füßen…

… ja, so fühle ich mich im Moment… So, also verliere ich allen Halt… Ich bin im Begriff etwas äußers Fragwürdiges zu tun… etwas, dass mein Leben total verändern kann… sowohl positiv als aber auch überaus negativ… Es passierte völlig ungeplant… nach einem Anruf, einem Telefonat, einer Krankheit, dem ersten Advent, einem Nervenzusammenbruch… ich war am Ende meiner Kräfte… körperlich und geistig… wäre da nicht mein Schatz und meine Familie gewesen, wer weiß was ich getan hätte… nun aber rollt der Stein… ich habe es angefangen… und weiß nicht, ob es überhaupt klappt… alles schwebt… und diese Ungewissheit, diese Schwebe, macht mich wahnsinnig… aber dahin, von wo ich kam, kann und will ich nicht zurück… sobald ich daran denke, verkrampft sich mein Magen und mir wird schlecht… ich kann seit Monaten nicht mehr schlafen… vom Essen ganz zu schweigen… ständig habe ich Magenschmerzen vor Angst… Stress… Panik… ich kann nicht mehr… ich halte den Stress, den Druck und die Eiseskälte dort, von wo ich komme nicht mehr aus… dort ist sich jeder Selbst der Nächste… keiner setzt sich für den Anderen ein… alle kriechen und kuschen… keiner wagt sich zu erheben oder auch nur mal seine Meinung laut zu sagen… und all die Wut, den angestauten Ärger, bekommt der Unterste in der Kette, der Azubi, ich, ab… Zwei einhalb ganze Jahre habe ich es ausgehalten, alles runtergeschlcukt, heimlich geweint und alles bei meinen Liebsten abgeladen… Ein Versuch meiner Eltern einzugreifen, ein Wort an die Verursacher meiner Tränen zu richten, rief nur noch mehr davon hervor… ich müsse mir ein Fell wachsen lassen, es gäbe nun mal Menschen mit so einer Schnauze, das wär´doch alles nicht so schlimm, Lehrjahre sind ja schließlich auch keine Herrenjahre… ich bin der einzige Azubi… sogar die Azubi vom Vorjahr richtet sich gegen mich… Seit über zwei Wochen bin ich nun schon `krank´und niemand von denen interessiert sich dafür… alle zerreißen sie sich ihre Mäuler… lästern und stänkern… Aber im Prinzip ist es nur traurig… Mitleid sollte ich mich ihnen haben… aber stattdessen fühle ich so etwas wie Schuld… ich fühle mich schuldig, weil ich sie, die Menschen, denen meine Gesundheit, mein Geburtstag und ich vollkommen egal sind, zur Hauptsaison allein gelassen habe… das kann doch nicht richtig sein? … ich sollte die Zeit genießen können, während leise Hoffnung auf Besserung aufkommt… vielleicht kann ich bald wechseln… endlich raus da… weg von alledem… niemals wieder jemanden von denen sehen müssen… keine Angst mehr, dort anzurufen, wenn es mir nicht gut geht… keine Beleidigungen… keine Kommentare… keine dummen Sprüche… aber noch wage ich nicht mir eine lichte Zukunft auszumalen… noch schwebt alles… der Magenschmerz, ständige Erschöpfung, Traurigkeit und Unsicherheit sind immer noch präsent… heute soll der Anruf kommen… der Anruf der alles entscheidet… hoffentlich… ich hoffe, wünsche, bete, schreie, weine, dass es klappt… ich wage nicht mir auszumalen, wie schön es sein könnte… das, dass Leben wieder Spaß macht…Ich habe Angst…Ich bin müde…Ich könnt heulen…Ich möchte schreien…Ich wage nicht zu hoffen, aus Angst daran zu zerbrechen, wenn es schief geht…Ich kann und will nicht wieder dahin zurück… ich schaff das nicht mehr…   Aviditas